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Pre-loved: meine Second Hand Erfahrung

Was jahrelang als Shopping der Armen galt, wird immer gesellschaftsfähiger und das mit Grund: es ist nachhaltiger, günstiger und oftmals finden wir ausverkaufte Hype-Pieces, Teile aus vergangenen Kollektionen oder Lieblingsstücke, die es so einfach nicht mehr gibt. Second Hand ist inzwischen auch nicht mehr der Trödelflohmarkt am ersten Samstag des Monats, sondern streckt sich inzwischen über verschiedene Plattformen mit unterschiedlichen Verkaufsmodellen. Heute möchte ich meine Erfahrung mit Second Hand mit euch teilen und verrate euch meine Regeln für Pre-Loved Items.


In meinem Beitrag über Schwangerschaft und Social Media habe ich ja darüber gesprochen, dass ich nicht verstehen kann, weshalb Umstandsmode so verhasst ist und auf allen möglichen Plattformen so niedergemacht wird. Seit etwa 2 Wochen bin ich zwar im Beschäftigungsverbot, wäre aber soweit alles in Ordnung, würde ich bis zum Mutterschutz arbeiten. Und da ich einfach einen gewissen Dresscode einzuhalten habe bzw. auch einfach nicht im Schlabberlook rumlaufen möchte, gehörte passende Umstandsmode für mich zur Schwangerschaft.

Ich habe natürlich dabei bedacht, dass dies vermutlich nicht meine einzige Schwangerschaft sein wird und sich die Kleidung am Ende doch lohnen wird, jedoch kann ich ja jetzt noch nicht sagen, zu welcher Jahreszeit ich beim nächsten Mal hochschwanger sein werde, weshalb ich mich einfach zurückhaltend verhalten wollte. Trotzdem wollte ich nicht auf abwechslungsreiche Outfits verzichten, denn ich liebe Mode und es macht mir Spaß, jeden Tag neue Looks zu kreieren.

Mein eigener Kleiderschrank verfügt über einige Teile, die so geschnitten sind, dass ich sie auch problemlos mit großem Bauch tragen kann. Dazu kommt, dass ich mich an der Kleidung meiner Mutter problemlos bedienen kann und hier immer wieder die Leih-Kleidung tausche, sodass es schön abwechslungsreich bleibt. Da ich damit aber nicht alle Bedürfnisse abdecken konnte, musste ein wenig Umstandsmode her.

Inzwischen ist Umstandsmode ja auch nichts mehr, was nicht stylish sein kann. Shops wie Asos und H&M bieten wirklich schöne Kleidung für Schwangere, mit der man nicht aussieht wie aus den 90ern. Leider ist mir aufgefallen, dass sogar Basics relativ hochpreisig sind. Dafür, dass man die Kleidung nur für einen bestimmten Zeitraum tragen kann. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschieden, online nach pre-loved Umstandsmode zu schauen und bisher bin ich sehr glücklich mit der Ausbeute.

Für die Arbeit habe ich mir eine Businesshose in Beige gekauft. Außerdem habe ich eine Ripped Jeans, ein graues Strickkleid und ein Kleidchen in Beige gefunden, welches mit einer Strumpfhose auch easy in der kühleren Jahreszeit getragen werden kann.

Für all diese Teile habe ich 21 Euro bezahlt. Eine der Nutzerinnern hatte sich in ein Kleidungsstück aus meinem Online Katalog verliebt, sodass wir die Teile einfach getauscht haben. Bei den anderen Kleidungsstücken habe ich frischgebackene Mamis finanziell unterstützen können, was mich sehr freut. Obwohl es nur kleine Beträge sind kann ich aus Erfahrung sagen, dass sich das natürlich trotzdem summiert.

Ich habe keinen Schmerz damit, gebrauchte Kleidung zu kaufen. Ich achte dabei darauf, dass die Nutzer viele positive Bewertungen haben und dass die Umgebung, die auf den Produktbildern zu sehen ist, einen guten Eindruck macht. Sollte ich dennoch einmal etwas erhalten, was ungepflegt o.Ä. aussieht, werde ich das sicherlich reklamieren und notfalls lieber entsorgen. Bisher war die Erfahrung aber durchaus positiv.


Um aber ganz ehrlich zu sein muss ich an dieser Stelle auch erwähnen, dass ich das natürlich nur auf mich beziehe. Tatsächlich kann ich mir gerade nicht vorstellen, Babykleidung Second Hand zu kaufen. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass es sich um mein erstes Kind handelt und ich hier etwas übervorsichtig und pingelig bin, ich spare aber lieber an mir selber den ein oder anderen Euro ein und kaufe dafür neue Kleidung für das Baby.


Anders sah das zum Beispiel bei der Babybadewanne aus. Diese habe ich mit dem passenden Ständer über Kleinanzeigen von einer netten Familie aus der Umgebung gekauft. Da es sich hierbei einfach nur um ein großes Stück Plastik handelt, habe ich die beiden Teile einfach einmal großflächig mit Desinfektionsmittel gereinigt und anschließend mit Spülmittel und einem Lappen ordentlich abgewaschen. An dieser Stelle habe ich 15€ statt 140€ für die Badewanne, die Anti-Rutsch-Matte, Wanneneinlage und dem Ständer bezahlt. Ebenso haben wir den Wickelaufsatz für die Kommode und eine Wärmelampe gebraucht gekauft. An dieser Stelle haben statt 100€ nur 45€ ausgegebene.




Außerdem wollte ich mir für meine sportliche Betätigung während der Schwangerschaft und zur Vorbereitung auf die Geburt einen Gymastikball kaufen. Zwar sind einfache Modelle auch im Laden nicht teuer, aber gebraucht bekommt man sie noch günstiger und die riesen Menge an Plastik wird wiederverwendet. Für den Ball galt das gleiche Spiel wie bei der Badewanne: großflächig desinfizieren, abwaschen, benutzen.


Ich weiß, dass der erste Gedanke beim Wort "Gebraucht" oft ist, das habe ich nicht nötig. Aber darum geht es gar nicht. Wir können uns ein Kind finanziell leisten, auch wenn wir alles neu anschaffen. Aber die Dinge, die wir gekauft haben sind nicht schlecht. Das ist alles noch vollkommen in Ordnung und in Summe haben wir einen großen Betrag Geld gespart, weil ich die Sache nicht im Laden gekauft habe.


Außerdem beschränkt sich Second Hand ja nicht nur auf besondere Lebensabschnitte wie die Schwangerschaft. Wie ihr vielleicht wisst, liebe ich das Modell Cortez von Nike. Meine letzten beiden Paare habe ich für 20€ bei Vinted ergattert. Beide ungetragen (eines sogar mit Etikett). Bei Marken oder Modellen, bei denen ich mir bei der Größe sicher bin oder Kleidung, Accessoires etc. die vom Schnitt nicht 100% passen muss, schaue ich gerne mal online, ob ich etwas pre-loved finde. So habe ich für mich Kategorien und Wege gefunden, bei denen ich die Vorteile von Second Hand ausnutzen kann. Ich würde aber beispielsweise niemals Unterwäsche, Socken oder solche Teile gebraucht kaufen. Da ist für mich eine Grenze. Außerdem wäre es für mich bei Hosen auch zu riskant, da mir 9 von 10 Hosen nicht passen, irgendwie ist meine Passform hier einfach zu speziell. Da ich nicht Gefahr laufen möchte, Dinge zu kaufen, die mir nicht passen und die ich dann auch nicht zurückgeben kann, kommt diese Kategorie für mich nicht in Frage.




Es gibt so viele Gegenstände, die vollkommen in Ordnung sind und keineswegs schlechter, wenn man sie statt im Laden von jemand anderem gekauft hat.

Ein weiteres Beispiel aus meiner eigenen Erfahrung: ich habe während der Pandemie damit begonnen zu puzzeln. Die Motive waren dabei immer Orte, an denen mein Mann und ich gemeinsam waren. Nach unserer Jahrestag-Reise nach Paris habe ich online nach Motiven der französischen Hauptstadt gesucht, jedoch hatte mir keines gefallen. Auf Kleinanzeigen habe ich eine aus früheren Kollektionen gefunden, welches ich dann für wenige Euro mit Versand gekauft habe. Ich habe nun ein Puzzle mit einem schönen Motiv für den halben Preis und jemand anderes freut sich, dass er es los ist.


Deko (zum Beispiel jetzt zu Weihnachten), Bücher, besonderes Geschirr oder andere Küchenutensilien, Möbelstücke wie Tische, Regale oder Stühle, Vasen, Werkzeug oder Gartenmöbel könnte ich mir ebenfalls gut vorstellen, pre-owend zu kaufen. Solange der Preis in Ordnung ist und die Sachen in gutem Zustand spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, etwas auch mal nicht neu zu kaufen. Gerade weil es einfach so viele Vorteile hat.


Wie ist eure Sicht und auch Erfahrung mit diesem Thema? Lasst es mich gerne wissen.


XX Valentina

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