top of page
  • AutorenbildValentina

Wie ich mit dem Rauchen aufgehört habe - 3 Monate Smoke Free

Gestern waren es genau 3 Monate, seit ich das letzte Mal geraucht habe. Bei meinem Rauchverhalten sind das 450 nicht gerauchte Zigaretten, 150 gesparte Euro, 21 Tage wiedererlangte Lebenszeit und etwas mehr als 1,5 Tage Zeit, die ich nicht mit Rauchen verbracht habe. Anlässlich dieses Meilensteines möchte ich mein Journey der letzten 3 Monate mit euch teilen.



Der Entschluss

alles fängt damit an, dass du beschließt, mit dem Rauchen aufhören zu wollen. Dafür muss die Motivation ganz alleine aus deinem Herzen kommen. Hier helfen auch keine Apps, Bücher oder sonst etwas. Dass das Rauchen schädlich ist, weißt du auch ohne eklige Bilder auf der Schachtel, ohne Moralpredigten oder Geschichten von Lungenkrebs usw.


Ich hatte bereits 2020 aufgehört Zigaretten zu rauchen. In der Zeit habe ich aber immer wieder E-Zigaretten, Shisha oder IQOS geraucht. Als mein Mann von Zigaretten auf IQOS umgestiegen ist, fand ich es zuerst eklig, mit der Zeit habe ich aber immer mehr Heets geraucht. Das war zwar immer auf die Zeit nach Feierabend beschränkt und auch nur dann möglich, wenn wir zusammen waren, dennoch habe ich 4-6 Heets am Abend geraucht, am Wochenende sogar mehr.

Zur Hochzeit hat mir meine Trauzeugin dann mein eigenes IQOS geschenkt. Ich befürchtete erst, dass sich mein Konsum dadurch drastisch erhöhen würde, jedoch hat mich meine Arbeit sehr gut davor bewahrt. Ich konnte morgens 1-2 rauchen, in der Mittagspause eine und zum Feierabend eine. Zuhause hab ich mich dann an meinen Haushalt gemacht und bis 20 Uhr gar nicht mehr geraucht, weil ich nicht mehr den Drang hatte, wenn mein Mann von der Arbeit kommt, erstmal eine zu rauchen. Zwischen dem Abendessen und dem zu Bett gehen habe ich dann manchmal nur noch eine geraucht, sodass eine Schachtel meist 2-3 Tage gehalten hat. Von der Menge her also immer noch wie vorher, wenn nicht sogar weniger an manchen Tagen.


Als wir dann nach der Hochzeit in die Flitterwochen geflogen sind und die Schachtel dort nicht mehr 6,70 € kostete, sondern nur knapp 3,50 € stieg der Konsum natürlich deutlich an. Vor allem, weil wir den ganzen Tag nichts zu tun hatten und zu jedem Cocktail, auf der Liege oder während einem Spaziergang wurde natürlich mehr geraucht, als unter Alltagsumständen daheim.

Nachdem wir uns informiert hatten, wie viele Stangen der Heets man nach Deutschland einführen darf (sind übrigens 4 Stangen, da der Tabak in den Heets als Pfeifentabak versteuert wird und die Freimenge somit höher ist), habe ich mich entschieden, nur noch die Heets zu rauchen, die wir aus dem Urlaub mitgenommen haben und dann möchte ich aufhören. Der Genuss war irgendwie nicht mehr der selbe und ich habe mich von mir selber dazu genötigt gefühlt zu rauchen. Es ist zu einer Gewohnheit geworden und hat sich eher wie eine Verpflichtung angefühlt, als wie ein Wille.

Nach der Landung in Stuttgart begonnen also meine letzten "Stunden" als Raucher.


Ziemlich genau 6 Wochen haben die 3 Stangen gehalten, die ich mir mitgenommen hatte. Eine Stange hatte ich verschenkt, ein paar Schachteln hatte sich mein Mann gemoppst und in der Zeit nach unseren Flitterwochen waren wir no-stopp am Wochenende unterwegs, was natürlich dazu beigetragen hat, dass Schachtel für Schachtel immer schneller verschwindet. Ehrlich gesagt hatte ich damit aber kein Problem, denn ich wollte das Aufhören nicht hinauszögern.

Meine letzte Schachtel hatte ich aber gut beschützt, abends zumindest. Denn an diesem Abend haben wir den Geburtstag meiner Trauzeugin gefeiert. Umgeben von etwa 10 IQOS-Rauchern, lagen natürlich alle Schachteln verstreut auf dem Tisch. Bis ich nach dem x-ten Gespräch mit einer Person irgendwann wieder zurück an den Tisch kam und bemerkte, dass sich jemand an meiner Schachtel bedient hat und keine mehr übrig war. Blöd gelaufen, für mich. Ich habe das aber als ein Zeichen gesehen. Ich bin wirklich nie böse, wenn sich jemand Heets / Zigaretten nimmt und wenn es Freunde sind, können die das auch gerne ungefragt machen, nur wollte ich mein Wort nicht brechen und den Abend quasi mit einer neuen Schachtel oder mit fremden Heets beenden. Also saß ich die letzten Stunden des Geburtstages in der Ecke und habe nicht geraucht.


Nach dem letzten Zug

Der erste Tag war halb so schlimm. Nach Partyabenden raucht man für gewöhnlich eh weniger und da sich auch mein Mann zurück gehalten hat, war das für mich nicht so schwer zu ertragen. Ich hatte niemanden gesagt, dass es für mich die letzte Schachtel war, weil ich es mir so selber einfacher machen wollte. Man ließt oft, dass man möglichst viele Leute darüber informieren soll, dass man nicht mehr raucht oder plant, aufzuhören, weil dadurch der Druck steigt und man dadurch weniger anfällig für einen Rückfall wird, ich wollte mir selber aber ehrlich gesagt keinen Druck machen.

Nachdem der Sonntag geschafft war, war der Montag deutlich einfacher. Ich musste fürs erste nur den Weg zur Arbeit "überstehen", da ich während der Arbeitszeit keine Möglichkeit habe, aus zu stempeln und rauchen zu gehen. Die Mittagspause über bin ich einfach drinnen geblieben und bin nicht mit den anderen (Rauchern) raus gegangen und auf dem Weg zurück nach Hause, habe ich einfach die Zeit abgesessen, bis meine Bahn kam. Zuhause habe ich mich dann wieder meinen Haushalt gewidmet, Sport gemacht, mich in die Badewanne gelegt und möglichst viel von dem Zeug gemacht, bei dem man nicht nebenher rauchen kann. Bügeln, Wäsche aufhängen, Geschirr spülen, Betten beziehen, Staubsaugen, Bodenwischen und so weiter. Auch alle möglichen Aktivitäten in Innenräumen, wo rauchen nicht erlaubt ist: perfekt!


Die größte Fallen für mich war Langeweile beim Fernsehen oder im Auto. Mein Mann wusste die ersten 2 Wochen nichts davon, dass ich aufgehört hatte. Deswegen hat er natürlich putzmunter weiter geraucht und ich habe auch nichts dazu gesagt. Ich fühlte mich manchmal getriggert, wenn er vor dem Fernseher geraucht hat. Ich konnte diese Minuten aber gut aushalten. Manchmal bin ich dann einfach Zähne putzen gegangen, habe mir einen Tee gemacht oder die Toilette geputzt (glaubt mir, das habe ich echt oft gemacht!). Das Verlangen hält meistens nur für wenige Minuten an und wichtig ist es, diese Minuten zu überstehen und dabei helfen häufig die banalsten Sachen, wie z.B. Müll wegbringen. Der Weg in den Keller und dann wieder nach oben: in dieser Zeit bist du machtlos gegen das Verlangen. Du hast gerade keine Zigaretten bei dir und das ist gut. Selbst wenn du schwach werden willst, du hast keine Möglichkeit.

An dieser Stelle muss ich natürlich erwähnen, dass das IQOS einen Vorteil hat. Anders als bei Zigaretten kann man nicht einfach zum nächsten Kiosk oder zur Tankstelle gehen und sich eine Schachtel und ein Feuerzeug kaufen. Das Gerät kostet, soweit ich weiß, wenn es nicht im Angebot ist, 70€. Außerdem muss es geladen werden. Das heißt, dass selbst wenn man es sich aus dem Verlangen heraus kauft, man keine Chance hat, gleich zu rauchen.


Als wir das erste Mal feiern waren, nachdem ich aufgehört hatte, war es für mich eigentlich nicht so schwer. Es waren zwar erst eine Woche her, aber das verlangen war einfach nicht so groß. Diese Erkenntnis hat mir dann sehr oft geholfen, als ich dann doch mal Lust hatte zu rauchen. Ich habe mich daran erinnert, dass ich weder beim feiern, noch nach ein paar Gläsern Alkohol nachgegeben hatte und es deswegen jetzt, egal in welchem Zustand, auch nicht tun werde.


Nützliche Features

Ich hatte zwar oben davon gesprochen, dass die Entscheidung, mit dem Rauchen aufzuhören vollkommen aus deinem Herzen kommen muss und es dafür keine Apps oder sonst etwas gibt, dennoch gibt es Apps, die einen während dem Prozess gut unterstützen. Aber auch hier gilt: es sind nur Tipps.

Als ich 2019 für einen Zeit mit Zigaretten aufgehört hatte, habe ich die gleiche App benutzt wie jetzt, mit dem großen Unterschied, dass ich damals nicht wirklich auf die App gehört hab und einfach "von vorne angefangen" habe, sobald ich dem Verlangen dann doch nicht widerstehen konnte. Heute ist es so, dass ich mir ziemlich oft ansehe, was ich bisher erreicht hab.

Ich benutze dafür die App "Smoke Free". Die App ist kinderleicht (vielleicht das falsche Wort in diesem Zusammenhang?) zu bedienen und überwiegend kostenlos. Es gibt einige Upgrades, die nur in der kostenpflichtigen Version verfügbar sind, diese sind aber nicht essentiell für die Nutzung der App.

An Anfang gibt man Werte im Bezug auf das eigene Rauchverhalten an, wie z.B. wie viel man pro Tag raucht, wie teuer eine Schachtel ist, wann am Tag man die erste Zigarette raucht usw. Außerdem gibt man entweder das Datum an, an dem man angehört hat zu rauchen oder man legt ein Aufhördatum fest. Je nach dem an welchem Punkt man sich gerade befindet, unterstützt die App einen dann täglich mit Tipps, Motivationssprüchen oder Taktiken, wie man dem nächsten Verlangen widersteht, wie man sich ideal auf den letzten Tag / die letzte Zigarette etc. vorbereitet und was mir besonders gut gefällt, sie zeigt auf, wie sich der Körper im Verlaufe der Zeit regeneriert, wie viel Geld man spart und wie viel Zeit man mit Rauchen verbracht hätte.





Ab und zu kommt mir immer noch der Gedanke, oh jetzt wäre es doch ganz nett zu rauchen, aber dieser Gedanke ist ziemlich schnell wieder weg und vor allem: es ist nur ein Gedanke. Ich habe nicht wirklich das Verlangen danach. Es sind jetzt gerade mal 3 Monate aber ich kann mir nicht mehr vorstellen zu rauchen. Ich denke zwar, dass ich kein aggressiver Nichtraucher geworden bin, dem Zigarettengeruch stört oder der ständig andere darauf anspricht, dass sie es doch lassen sollten, aber ich selber kann mir einfach nicht mehr vorstellen, jeden Tag an dem Ding zu hängen. Ich sehe nicht einmal mehr Grund dazu, beim Feiern oder zu besonderen Anlässen "wenn man mal Lust hat" dazu zu greifen. Ich bin einfach vollkommen von dem Bedürfnis frei. Weder der Geschmack noch die Geste fehlt mir und ich denke, dass das ein guter Beweis dafür ist, dass ich mich von dieser Sucht befreit habe.


Sicherlich wird das nicht bei jedem so einfach klappen. Ich habe "gute" Freunde, die mich in dieser Hinsicht nie dazu drängen wollten oder mich provoziert haben oder mir angeboten haben zu rauchen. Bei manchen Leuten ist das vielleicht anders. Es hat zwar viel mit Selbstbeherrschung zu tun, aber ganz viele andere Einflussfaktoren spielen eine wichtige Rolle. Wenn man sich wirklich dazu entscheidet mit dem Rauchen aufzuhören und trotzdem immer wieder scheitert würde ich versuchen herauszufinden woran es liegt. Sind es bestimmte Leute, Orte oder Veranstaltungen, die mich immer wieder dazu bringen schwach zu werden? Sind es bestimmte Situation wie z.B. Streit mit dem Partner, Stress auf der Arbeit, Angst vor Prüfungen oder ein täglicher Druck, der dir die Kraft raubt, Stand zu halten?

Es kann eine große Hilfe sein herauszufinden, was einen triggert.


Das wars erstmal von meiner Seite zu diesem Thema.


XX Valentina

bottom of page