• Valentina

Travel: Kroatien-Reise während Corona

Drei Wochen Sommerurlaub in Kroatien sind vorbei. Zum ersten Mal war der Urlaub auch nicht sorgenfrei, da Grenzschließungen, Infektionszahlen und Quarantänepflicht ständig präsent waren und die Anreise, den Aufenthalt und die Abreise bestimmten sollten. Wie war es denn 3 Wochen lang in Kroatien, was nun ein Risikogebiet ist? 


Die Pandemie hat unseren Alltag verändert, uns vor noch nie da gewesene Herausforderungen gestellt und uns eingeschränkt. Viele haben Hochzeiten und Reisen abgesagt und Rituale sowie einmalige Events absagen müssen. Zum Glück hatte ich nur eine Sorge: der Sommerurlaub. 

Ich hatte Angst. Ich hatte eine unheimliche Angst, dass die Grenzen zum Sommerurlaub immer noch geschlossen sein werden oder wieder schließen. Bis zum Tag der Abreise habe ich mich verrückt gemacht und Nachrichten verfolgten, Neuinfektionen beobachtet und gehofft, dass ich fahren darf.  Natürlich gibt es schlimmeres, als ein Jahr nicht in den Urlaub zu fahren. Doch für mich hängt an diesem Urlaub bzw. an dieser Zeit viel mehr, als nur "Urlaub". Ich habe eine richtige emotionale Bindung zu diesem Ort, den ich mein zweites Zuhause nennen darf. Unser Haus ist direkt am Strand in Kroatien auf der kleinen Insel Vir. Seit Jahren verbringe ich meine Sommerferien dort, wo mein Herz Zuhause ist. 





Auch ich habe mir anhören müssen, dass es ein unnötiges Risiko ist, in den Urlaub zu fahren. Ich habe mir natürlich auch Gedanken darüber gemacht, dass die Gesundheitsversorgung auf der Insel und auch in der nächsten größeren Stadt, Zadar, nicht annähernd dem deutschen Standard entspricht. Selbstverständlich habe ich auch bedenken gehabt, was passiert, wenn die Grenzen wieder schließen, während ich über 1000 Kilometer von meinem Wohn- und Arbeitsplatz entfernt bin und nicht bedenkenlos zurück kann. 







Ein einziger Punkt war entscheidend für die Frage, ja oder nein. Urlaub 2020, gehen oder nicht: Eigentum und Selbstständigkeit. 

Der Vorteil, dass es im Urlaub in die eigenen vier Wände geht, hat mir die Entscheidung abgenommen. Ich gehe in kein Hotel, um mich ist kein fremdes Personal und das Essen wird in meiner eigenen Küche zubereitet. 

Auf dem Weg nach Kroatien bin ich im Auto "isoliert" von anderen Personen und in Kontakt komme ich nur mit dem Mitarbeitern der Tankstelle und der Grenzpolizei. 

Ich habe es als einen großen Vorteil gegenüber anderen Urlaubern gesehen, dass ich quasi auch dort Zuhause bin und dem selben Risiko ausgesetzt bin, wie in Stuttgart. 






Als Kind war es nicht üblich, im Urlaub oft in Restaurants oder Bars zu gehen. Wir haben eine große Küche und einen wunderschönen Meeresblick vom Esstisch. Meine Ärztin hat mit vor der Abreise empfohlen, wenig draußen zu essen, da das Risiko in solchen Situationen sehr hoch ist, sich mit jedem Virus, mit jeder tröpfchenübertragbaren Krankheit anzustecken. Daher hat sich das einfach gut getroffen. Einkäufe müssen auch in Deutschland erledigt werden und in Kroatien war es nicht anders als hier: Abstand halten und Maske tragen. Meiner Meinung nach ein gleichgroßes Risiko. 

Da ich nicht zu den exzessiven Clubgängern im Urlaub gehöre, hatte ich auch hier keine große Einschränkung. Spaziergänge am Strand, gemütlich Zuhause Wein trinken und den ganzen Tag am Strand sein gehören hier zu meinen Alltagsbeschäftigungen. Natürlich gab es den ein oder anderen Abend in der Altstadt von Zadar, rückblickend war ich aber nicht oft unter Menschen. 










Meine Angst vor der Abreise war, dass die Grenzen wieder geschlossen werden und ein "in den Urlaub fahren" nicht möglich sein wird. Natürlich war das Gegenteil der Fall, als sich die 3 Wochen dem Ende zugeneigt haben. "Werde ich problemlos wieder zurück können?". 


Zwei Wochen Quarantäne haben mir überhaupt keine Bauchschmerzen bereitet. Da ich seit März sowieso im Home Office bin, macht es für mich keinen Unterschied. Ich hätte meinen Job uneingeschränkt in Quarantäne machen können. Da meine Geschäftsreise im Anschluss an den Urlaub sowieso abgesagt wurde und digital stattfinden sollte, musste ich auch hier keine Angst vor Zwangsurlaub haben. 


Ich muss ehrlich sagen, dass mich die Lockdown-Phase wirklich krasser belastet hat, als ich mir je hätte vorstellen können. Das Fitness-Studio, meine Arbeitskollegen, Freunde und Familie sehen und ab und zu ein Kaffee in der Stadt haben mir unglaublich gefehlt. Obwohl die Arbeit im Home Office deutlich entspannter ist, hatte ich deutlich mehr Arbeit und es war unglaublich viel stressiger. In dieser Zeit bin ich auch oft krank gewesen. Ich habe diese Auszeit, den physischen Abstand zu allem einfach gebraucht. 

Ich habe meinen Arbeitsplatz wenigstens für ein paar Tage nicht mehr konstant vor Augen gehabt. Und ich konnte endlich an den für mich schönsten Ort der Welt. 


Man muss einfach zugeben, dass die Umstände für mich deutlich besser waren, als sie es für den Großteil der Menschen sind. Eigenes Haus, eigene An- und Abreise, Home Office und somit keine unbezahlte Quarantäne. Die Sehenswürdigkeiten auf der Insel und in den Städten und auf den Inseln drumherum gehören nicht mehr zu den Tagespunkten, da alles bekannt ist oder auf das nächste Jahr geschoben werden kann. Meine Vorstellung von Urlaub ist eine andere. 








Die Infektionszahlen sind in der Zeit, in der ich in Kroatien war, wieder erheblich gestiegen. Um ehrlich zu sein hat mich das aber nicht gewundert. Die Maßnamen wurde hier definitiv nicht eingehalten. Die Kellner in Bars und Restaurants haben ihre Masken nur über den Mund getragen, in Eisdielen haben alle Mitarbeiter die Masken unter dem Kinn getragen und der Mindestabstand wurde wirklich nirgends eingehalten. Dazu kommt, dass man überall überfüllte Clubs und Bars sehen konnte. Abgesehen davon wurden beliebte Partyorte im ganzen Land wie gewohnt stark besucht. 


Der Strandabschnitt vor unserem Haus war zwar noch weniger besucht als sonst, jedoch waren die großen Stadtstrände wie jedes Jahr unglaublich voll. 











Ich hatte schon vor meinem Urlaub beschlossen, einen Test machen zu lassen. Einerseits um mir selber sicher zu sein und informiert zu sein, andererseits um andere zu schützen da ich eben auch ein stiller Überträger sein könnte. Es wäre einfach verantwortungslos und unnötig, sich diesem Test nicht zu unterziehen und die Ausbreitung des Virus zu bestärken. 

Während dem Aufenthalt wurde beschlossen, dass Durchreisende aus Kroatien in Österreich keinen Halt machen dürfen. Sogar Toilettengänge sind verboten und bei Verstoß drohen hohe Geldstrafen. Ich finde es fragwürdig, dass den Reisenden empfohlen wurde, kurz vor der österreichischen Grenze in Slowenien an Raststätten zu halten um Vignetten zu kaufen, zu tanken und die Toilettengänge zu erledigen, da sich die Gefahr in diesem Fall einfachen auf einem Haufen tummelt aber ich respektiere, dass die österreichische Regierung ihre Bevölkerung schützen möchte und daher habe ich mich auf der Rückreise auch daran gehalten. Immerhin nimmt man dieses Risiko freiwillig auf sich, wenn man in dieser Zeit ins Ausland geht. 



Da Kroatien nun als Risikogebiet eingestuft wurde, ist der Test Pflicht. Diesen haben ich bei der Rückfahrt auf der Autobahn machen lassen. Das Ergebnis habe ich nicht einmal 30 Stunden später per Mail bekommen. 


Ich bereue nicht, die Reise gewagt zu haben. Natürlich hatte ich hier und da meine Bedenken und auch Angst. Obwohl die Maskenpflicht an vielen Orten vernachlässigt wurde, habe ich meine Maske zum Selbstschutz getragen und mich selbst distanziert, wenn ich bemerkt habe, dass Mitmenschen wirklich nicht die geringste Achtung auf Abstand geben. 

Habt ihr Erfahrung mit dem Reisen während Corona gemacht? Lasst es mich wissen!

XX Valentina









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