• Valentina

Tipps für deine Brautkleidsuche - wie ich mein Kleid bei der ersten Anprobe gefunden habe

Es ist eine der wichtigsten Entscheiden im Bezug auf die eigene Hochzeit: das Brautkleid. Meine Suche danach war recht kurz, denn es hat gleich bei der ersten Anprobe gefunkt. Abgesehen vom Kleid, haben meiner Meinung nach noch einige Faktoren dazu beigetragen, weshalb ich dir heute Tipps geben möchte.


Als ich vor 2 Wochen ins Brautatelier Tara reingelaufen bin, wusste ich nicht, dass ich mich so sehr in ein Kleid verlieben könnte.

Ich dachte, es wird mir so gehen, wie vielen Bräuten in diesen ganzen Hochzeitssendungen im Fernsehen: 100 Kleider in 20 verschiedenen Geschäften anprobiert und einfach nicht das Richtige finden können. Schließlich wollte ich das perfekte Brautkleid.


Eine Freundin, die vor nicht allzu langer Zeit ihre Anproben hatte, hatte Kleider aus verschiedenen Stores anprobiert und in Ruhe "verglichen". Ich dachte, dass es bei mir auch so laufen wird, dass ich viele Kleider toll finden werde und mich dann in Ruhe für eins entscheiden werde, daher hatte ich in 2 weiteren Brautgeschäften Termine vereinbart. Die ich gleich wieder absagen konnte.



Ich bin also ganz entspannt an einem regnerischen Samstagmittag zu meiner erste Anprobe, mit meiner Mutter, meiner jüngsten Schwester, meiner Patentante und einer meiner Brautjungfern im Schlepptau. Alle gut drauf, (fast) alle ohne Zeitdruck.


Nach einer kurzen Begrüßung und einem Kennenlernen haben wir uns ein wenig darüber unterhalten, was für eine Art von Brautkleid ich mir vorstelle, ob ich No-Go's und Wünsche habe, wo mein Budget liegt und wann die Hochzeit geplant ist. Anschließend haben die Verkäuferin und ich uns auf den Weg durch den Laden gemacht: ich durfte mir alle Kleider ansehen, sie hat mir jedes Kleid gezeigt und ich konnte so viele Kleider für eine Anprobe mitnehmen, wie ich nur wollte. Insgesamt habe ich 9 Kleider mitgenommen und ein weiteres hat die Verkäuferin mir während der Anprobe gebracht.





Mein Kleid war das erste, welches ich anprobiert hatte. Ich war wirklich begeistert. Das Kleid war wunderschön und ich hab mich super gut gefühlt. Trotzdem kam der Gedanke "das ist es!" erst später, denn ich hatte ja die ganze Anprobe noch vor mir und irgendwie hatte ich auch nicht darüber nachgedacht, dass ich mich sofort entscheiden muss bzw. sofort etwas festlegen möchte.


Also habe ich der Reihe nach alle Kleider anprobiert. An meinem Gesichtsausdruck haben die Mädels, die Verkäuferin und ich sofort gemerkt, welche Kleider direkt ausscheiden. Das ist etwas, was ganz unterbewusst passiert aber wahrgenommen werden muss. Beim 2. Kleid hatte ich überhaupt kein Lächeln oder Strahlen im Gesicht. Das Kleid ist zwar traumhaft schön, aber das war es einfach nicht. Also war ich auch nach wenigen Minuten wieder in der Kabine und bin in das nächste Kleidchen gehüpft. Oder eher gekrabbelt.





Nachdem ich mit allen Kleidern durch war, hat die Verkäuferin erstmal alle Kleider weggeräumt, die ich ausschließen konnte und meine Favoriten blieben hängen. Ich war etwas unschlüssig, da das 1. und das 3. Kleid ganz oben auf meiner inneren Liste standen. Ich wollte beide noch einmal in Ruhe anprobieren, da mir das 3. Kleid sehr gefallen hat, obwohl es etwas total anderes war, meine Begleitungen haben es aber nicht gefühlt. Davon habe ich mich nicht beirren lassen, nachdem ich aber das 1. Kleid noch einmal an hatte, war ich hin und weg.





Ich konnte meine Gefühle erstmal nicht ganz zuordnen, da ich überwältigt war von dem Anblick und vor meinem inneren Auge die Hochzeit gesehen habe. Mich an meinem (sorry, bin hier etwas egoistisch) großen Tag. Ich glaube, dass ich im ersten Moment sehr ruhig war und die Mädels meine Gefühle nicht deuten konnten, aber nachdem ich ununterbrochen angefangen habe zu nicken und irgendwann die ersten Tränen über die Backe liefen, war uns allen klar, dass es das ist. Und dann wollte ich es nicht mehr ausziehen. Ich bin vor dem Spiegel hin und her gelaufen, habe meine Lieblingsposen für die Hochzeitsbilder gemacht und mich minutenlang im Spiegel angeguckt.


Nachdem ich noch ein wenig Zeit in meinem Kleid verbracht habe, haben wir uns um das Formelle gekümmert, ich habe die erste Hälfte bezahlt und bin etwas essen gegangen.


Und nach dieser ausführlichen Zusammenfassung, möchte ich dir meine Tipps an die Hand geben:

  • Der Termin

Suche dir ein Brautgeschäft aus, was dir aus irgendeinem Grund am Herzen liegt: sei es der coole Feed auf Instagram oder die Tatsache, dass du schon zig Mal an diesem Geschäft vorbeigelaufen bist und irgendwie den Drang hast, dort mal rein zu gehen. Bei mir war es ganz klar: die Besitzerin war mir von ihrem privaten Instagram so sympathisch, dass ich zumindest mal bei ihr gesucht haben wollte.

Außerdem solltest du viel Zeit mitbringen: sowohl an dem Tag, als auch die Zeit bis zum Hochzeitstermin. Schließlich soll dein Brautkleid nicht der nächste Fehlkauf in deinem Leben werden.


  • Deine Begleitung

Eigentlich wollte ich zu jeder Anprobe andere Begleitungen mitnehmen (außer meine Trauzeuginnen, die wollte ich immer dabei haben, konnten zu Tara aber beide leider nicht mit). Im Nachhinein bin ich froh, dass die ausgewählten 4 Mädels dabei waren, denn alle 4 haben mich in keiner Weise versucht zu beeinflussen. Wie schon gesagt, dass 3. Kleid war auch mein Favorit, obwohl es alle 4 nicht so überzeugend fanden, wie das erste. Sie haben alle gemerkt, dass es mir gefällt, daher haben sie sich zurückgehalten und kein anderes Kleid erwähnt, während ich es an hatte. Denn allen war klar, dass das eine Entscheidung ist, die nur ich alleine treffen muss und mich fremde Meinungen nur ablenken/ irritieren/ beeinflussen würden. (Natürlich hätte ich meine Trauzeuginnen trotzdem gerne dabei gehabt; schließlich vertraue ich den beiden!)


  • Deine Auswahl

Das ist wohl der aller wichtigste Punkt. Ich weiß, dass fast alle Mädchen von einem Prinzessinnenkleid mit vielen Schichten Tüll, unendlich viel Glitzer und Diadem träumen. Davon bin ich nicht ausgeschlossen. Aber: ich habe mich bei der Anprobe auf alles eingelassen. Ich habe alle Stile anprobiert: A-Linie, Prinzessin, Meerjungfrau und sonst noch was. Weil DAS Kleid vielleicht eines ist, was man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte. Ich hab auch Pinnwände voller toller Kleider auf Pinterest und ich war fest davon überzeugt, dass meine Wahl auch dem Bild in meinem Kopf entsprechen wird. Und wisst ihr was? Ich habe der Verkäuferin gesagt, dass ich mir A, B und C nicht an meinem Hochzeitskleid vorstellen kann. A und B sind aber beides vorhanden und ich liebe es!


Sei vollkommen offen und probiere verschiedene Kleider an. Auch wenn du unbedingt ein Prinzessinnenkleid willst: probiere eines im Meerjungfrau-Stil aus. Und wenn du dir sicher bist, dass es ein Meerjungfrauenkleid sein soll: versuche eine A-Linie. In dem Moment, wo du in den Spiegel schaust, wirst du vielleicht feststellen, dass dir etwas anderes viel besser an dir gefällt, als du es dir vorgestellt hast. Vielleicht bist du danach aber auch fest davon überzeugt, dass du schon die richtige Vorstellung hast und jetzt genau weißt, wonach du suchen musst.


  • Der Preis

Hochzeiten können eine kostspielige Angelegenheit sein. Natürlich ist es wichtig, vorher über das Budget für das Kleid zu sprechen. Solltest du eine Obergrenze haben (was sicherlich in den meisten Fällen so ist), sollte die Verkäuferin dir nur Kleider in diesem Bereich zeigen bzw. dich aussuchen lassen. Ich hatte den Vorteil, dass mein Budget mit der Preisspanne des Ateliers übereinstimmte und ich somit jedes Kleid hätte nehmen können. Für den Fall, dass es bei dir nicht so ist, sollten dir Kleider außerhalb deines Budgets nur auf ausdrücklichen Wunsch gezeigt werden. Wenn du deine Auswahl dann hast und es in Richtung der Kabine geht: schaue nicht nach dem Preis und lasse ihn dir auch nicht sagen.


Ich habe bei keinem Kleid nach dem Preis gefragt, weil ich keine Rolle spielen sollte. Das Kleid liegt im Budget? Dann ist es egal, wie viel genau es kostet. Wenn es sowieso im Rahmen liegt, sollen 20 €, 50€ oder 100 € keinen Einfluss auf deine Entscheidung nehmen.


Das 3. Kleid, was mein Platz 2. war, lag an der Obergrenze meines Budgets, während mein finales Kleid preislich vollkommen in Ordnung war. Ich bin aber ganz ehrlich, ich weiß nicht, ob es meine Entscheidung nicht doch beeinflusst hätte, wenn ich gewusst hätte, dass das andere Kleid doppelt so viel kostet. Denn wenn einem beide Kleider gefallen, schaut man nach allem. Solange man wirklich in dem Bereich bleibt, den man sich festgelegt hat, soll der Preis nichts mehr beeinflussen.



Und danach

sagst du weitere Termine ab und schaust auch nicht mehr nach Brautkleidern. Es wird immer eins geben, was "auch schön" ist aber du kannst sie nicht alle anprobieren. Und kannst nicht jedem Kleid vor dem Spiegel ein klares "Ja" oder "Nein" zuordnen. Du wirst dich nur verrückt machen, wenn du dich nach deinem Entschluss noch weitere umschaust.


Die beiden Kleider, von denen ich auf dem Kleiderbügel dachte "eines davon wird es", haben mir angezogen nicht gefallen. Ich hab es einfach nicht gefühlt.


Ich hoffe, der Einblick in meine Anprobe hat dir gefallen und dass ich dir für deine Anprobe eine kleine Hilfestellung geben konnte.


XX Valentina