• Valentina

Home Office Tipps

Dieses Frühjahr kehr fast wieder vollständige Normalität zurück. Oder, wie es in meiner Firma heißt, das "New Normal". Viele Unternehmen haben durch die letzten 2 Jahre gemerkt, dass es nicht notwendig ist, die Mitarbeiter jeden Tag vor Ort zu haben und führen das hybride Arbeiten ein. Ich saß wirklich seit März 2020 100% Zuhause "auf der Arbeit" und habe nun meine wichtigsten Tipps für euch zusammengefasst.


Am Anfang fiel mir das Arbeiten im Home Office unglaublich schwer. Es hat mich richtig belastet, meinen Arbeitsplatz zu "sehen" während ich Freizeit hatte und gleichzeitig fand ich es schwer, neben meinem Bett zu arbeiten. Es hat mich müde gemacht und demotiviert. Außerdem hatte ich immer das Gefühl, etwas mehr arbeiten zu müssen weil ich ja eh Zuhause war und Wegzeit spare und und und.


Deswegen ist mein erster Punkt:


1. Räumliche Trennung

Im Gymnasium war der meist genannte Ratschlag, dass ich nicht im Bett lernen soll oder meine Hausaufgaben nur am Schreibtisch machen soll. Denn wir verbinden eine gewisse Aufgabe mit einem bestimmten Ort. So verbinden wir schlafen mit dem Bett und Arbeit mit dem Schreibtisch. Mischen wir die Aufgaben und ihre Orte durch, ist der Kopf verwirrt. Deswegen ist es unglaublich wichtig, einen räumlichen Abstand zwischen Freizeit und Arbeit zu schaffen.


Natürlich hat nicht jeder ein Arbeitszimmer oder genug Platz, sich eine abgeschottene Ecke fürs Arbeiten zu schaffen, hierbei kommt es aber überwiegend darauf an, nicht direkt neben einem "Erholungsort" zu arbeiten. Daher muss es nicht direkt ein eigenes Zimmer sein, der Küchentisch, ein Tisch und Stuhl im Wohnzimmer oder vielleicht sogar ein praktisches Plätzchen im Flur sind genauso geeignet.



2. Einen angenehmen Arbeitsplatz schaffen

Genauso wie wir auf Arbeit einen angepassten und gut durchdachten Arbeitsplatz haben, sollte der Arbeitsplatz Zuhause schlau gewählt werden und gut ausgestattet sein. Ein Tisch mit Stuhl in geeigneter Höhe, genug Licht, frischer Luft und angenehmer Temperatur sind Grundvoraussetzungen für ein gesundes Arbeiten von daheim.


Ein gemütlicher Arbeitsplatz im Sinne eines passenden Tisches und Stuhls solltest du dir im eigenen Interesse anschaffen, wenn diese beiden Dinge nicht vorhanden sind. Und wenn du jetzt " Ich geb doch mein Geld nicht für die Arbeit aus", denk bitte daran, dass du a) momentan alles von den Steuern absetzen kannst, was zum Home Office gehört und b) investierst du in dich selbst! Es ist deine Gesundheit und dein Wohlbefinden, was davon profitiert.


Außerdem habe ich mir mein Büro so eingerichtet, wie es mir gefällt. Mit motivierenden Bildern ( die NICHT ablenken) und kleinen Notizen an einem goldenen Gitter, Ablagefächern mit den wichtigen Dokumenten sind griffbereit und der Drucker steht zwar in der Nähe, nimmt aber keinen Platz weg, den ich zum Arbeiten brauche.



3. Routine

Im März 2020 bin ich etwa 15 Minuten vor Schichtbeginn aufgestanden, habe mein Gesicht gewaschen und die Zähne geputzt, gelüftet und das Bett gemacht. Die ersten Mails habe ich im Bademantel beantwortet, während ich nebenher gefrühstückt habe.


Im Sommer habe ich schon gemerkt, dass das kein gesunder Rhythmus ist. Daher fange ich meine Tage inzwischen mindestens eine Stunde vor Schichtbeginn an, frühstücke in Ruhe und mache ich fertig. Ich sitze außerdem nicht mehr im Pyjama und Bademantel hinter dem Bildschirm.


Natürlich ziehe ich mir keine Bluse und Blazer an, aber ich ziehe mich um. Und das ist sehr entscheidender Faktor: ich tue so, als würde ich normal zur Arbeit gehen, indem ich Alltagskleidung anziehe. Wem es hilft, kann sich natürlich auch richtig bürotauglich anziehen. Viele berichten davon, dass es ihnen gut tut.



4. Arbeiten

Auch wenn es dazu einläd, nebenher noch etwas im Haushalt zu machen oder Online zu shoppen oder sonst irgendwas zu machen, was man im Büro während der Arbeitszeit nicht machen würde, macht das nicht. Arbeitet konzentriert an den Aufgaben und macht euren Job genauso, als wärt ihr nicht alleine zuhause sondern umgeben von Vorgesetzten und Kollegen. Deine Produktivität sollte gleich bleiben, denn es demotiviert dich selber, wenn du merkst, dass deine Leistung nachlässt. Außerdem kommst du dadurch in eine Routine, die du nicht mehr halten können wirst, wenn du wieder im Büro arbeitest. Außerdem ist das ein Kündigungsgrund.



5. Feierabend machen

"Oh, ich glaub ich hab XY vergessen", schnell den PC nochmal hochgefahren und nachgesehen." Etwas, was ich im Büro niemals machen würde. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich das Gefühl hatte, immer mehr arbeiten zu müssen und länger bleiben zu müssen. Diesen Druck musste ich mir erstmal wieder abgewöhnen, weil es schlichtweg von mir erfunden war; ich war in einer neuen Situation und dachte, ich muss jetzt anders handeln. Dem war aber nicht so. Also habe ich versucht, meinen Büroalltag nach Hause zu holen: ein paar Minuten nach Feierabend bleibe ich noch, wenn ich gerade mitten in einem Anruf oder einer Mail bin. Danach stemple ich virtuell aus und fahre den PC runter.


Natürlich kannst du meine Tipps auch im Home Schooling oder als Student anwenden. Vielleicht ist nichts davon neu, aber manchmal muss man sich auch einfach altbekannte Dinge wieder ins Gedächtnis rufen.


Als ich das letzte Mal gearbeitet hab (ist tatsächlich 3 Wochen her) hieß es, dass wir im Mai mit dem hybriden Arbeiten starten. Abgesehen von den unnormalen Bahnpreisen für die Strecke, habe ich mich darauf gefreut, wenigstens 1-2 Mal in der Woche ins Büro zu gehen. Wie ist das bei euch? Home oder Office oder auch hybrid? Und wie gefällt es euch?


XX Valentina