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Gutes tun - soziales Engagement

Müllbeseitigung im Park, die Suppenküche der Tafel oder Aushilfen im Pflegeheim - oft verwechseln wir soziales Engagement mit Sozialstunden. Um der Gesellschaft etwas zurückzugeben muss es keine Arbeit sein, die uns erniedrigend vorkommt oder einen schlechten Ruf hat. Es gibt so viele Möglichkeiten, Gutes zu tun, die uns meistens nicht einfallen, wenn wir an soziales Engagement denken. In meinem heutigen Beitrag spreche ich über das, was ich ehrenamtlich tue und vor allem, warum ich das so wichtig finde.


Solange ich zurückdenken kann, habe ich immer irgendwo versucht zu helfen. Nie eingetragen in irgendwelchen Vereinen, ich habe auch nie Bestätigungen oder Bescheinigungen erhalten, aber ich habe schon immer versucht einen Teil beizutragen, wenn jemand Hilfe gebraucht hat oder wenn eine meiner Fähigkeiten nützlich sein konnte.


Leider verbinden wir mit sozialen Engagement oft das Bild von zeitaufwendiger Arbeit ohne Gegenleistung, die meistens auch noch in unschönem Umfeld und möglicherweise auch unangenehmen Menschen stattfindet. Sind wir mal ehrlich zu einander, wir denken doch alle immer an Suppenküchen, wo Essen an Obdachlose verteilt wird oder die körperliche Pflege von Senioren. Sicherlich ist das auch wichtiger Bestandteil von sozialem Engagement und auch dort gibt es nie genug helfende Hände. Ich verstehe aber jeden, der sagt, dass er diese Hürde nicht überwinden kann. Für manche Berufe und Tätigkeiten muss man gemacht sein und vor allem die körperliche Pflege oder die Nähe zu anderen Menschen muss man wirklich gut vertragen und wollen.

Es ist keine Schande, wenn jemand sagt, dass er diese Tätigkeiten nicht ausführen kann. Das ist aber nicht das Ende des Horizontes. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie wir Gutes tun können, ohne dabei persönliche Grenzen zu überschreiten.


Ich habe dieses Jahr zum Schulbeginn eine große Tasche voll mit Schulsachen an den Kinderschutzbund in meiner Stadt gespendet. Ich habe vorher dort angerufen und mich erkundigt, ob es etwas gibt, was besonders dringend benötigt wird und ob ich meine aussortierterten Schulsachen, die alle noch einwandfrei waren, abgeben kann. Ich habe dann noch einige Kleinigkeiten gekauft und mit in dir Tüte gelegt und beim Anblicken der vielen Kinder, die dort waren, hat mich ein Gefühl der Dankbarkeit erfüllt und ich habe mich gut gefühlt, in dem Wissen, dass Hilfe genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird.


Ebenso wie der Schulanfang ist auch die Weihnachtszeit die Periode im Jahr, in der sich die "Wohlhabenden" von den Bedürftigen abheben. Während die eine Familie mehrere Hundert Euro an Geschenke ausgibt, reicht es bei der anderen vielleicht nicht einmal an Weihnachten für ein üppiges Familienessen. Ich bin immer traurig bei dem Gedanken, dass die einen Kinder nach den Ferien nichts zu erzählen haben, wenn die anderen in der Schule von ihren Geschenken sprechen. In einigen Städten gibt es den Weihnachtsbaum der Kinderwünsche. Dort füllen Kinder bzw,. deren Eltern einen (digitalen) Wunschzettel aus, der dann von einem Spender erfüllt wird. Wir haben dieses Jahr einen Kinderwunsch in Pforzheim erfüllt.


Wunschbaum-Aktion Pforzheim

Natürlich sind diese Ausnahmesituationen eine schöne Möglichkeit, jemandem eine Freude zu bereiten, der sie anders nicht erfahren könnte. Aber auch für das restliche Jahr gibt es es verschieden Möglichkeiten, wie Spenden an Frauenhäuser, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Seniorenwohnheime oder Unterkünfte für Obdachlose. Man muss nicht immer mit den Betroffenen in Kontakt treten, um diesen zu helfen.


Und es müssen auch nicht immer Sach- oder Geldspenden sein. Ganz im Gegenteil.

Ich engagiere mich seit dem Sommer beim Diabetiker Baden-Württemberg e.V.

Am vergangenen Mittwoch habe ich eine Fragerunde mit betroffenen Eltern gehabt. Ich soll ein wenig über meine Erfahrung im Kindes- und Jugendalter mit Diabetes sprechen und den Eltern die andere Seite der Erkrankung übermitteln.

Außerdem durfte ich im Zusammenhang mit dem DBW einen Artikel in einer Fachzeitschrift schreiben, um meine Erfahrung mit anderen zu teilen.

Außerdem bin ich als Ansprechpartnerin für kommende Events da, bei denen junge Diabetiker eine Begleitperson benötigen, wie z.B. bei einem Schulausflug oder bei Veranstaltungen.


Manchmal sind es Kompetenzen, Wissen oder eigene Erfahrung, die irgendwo gebraucht wird, die man gezielt einsetzen kann. Vielleicht hast du ein Hobby, welches du Kindern und Jugendlichen beibringen könntest. Oder du spielst ein Instrument, singst oder hast andere Unterhaltungskünste, die eine willkommene Abwechslung für Einsame sind.


Mir ist seit der Pandemie aufgefallen, dass wir immer mehr hinter der Aussage "mir hilft auch keiner" verschwinden und keine Leistung oder Gegenleistung erbringen wollen. Kleiderspenden werden abgestempelt als "die werden im Ausland dann an die Armen verkauft. Dann brauch ich auch nicht spenden." Einem Bettler wird nichts gegeben weil "davon kauft der sich Alkohol und Drogen." oder es steckt eine kriminelle Organisation dahinter. Das mag vielleicht auch alles stimmen, nur ist das eben nicht alles, was die Welt zu bieten hat. In unserer Gesellschaft wird wenig verschenkt. was einerseits natürlich auch für die deutsche Mentalität "von nichts kommt nichts" spricht, die grundsätzlich nicht falsch ist. Wir vergessen dabei aber oft, dass es Menschen und Situationen gibt, die man ab und zu einfach unterstützen muss. Jugendliche, die von Zuhause aus keine Hilfe bekommen, was wird aus denen? Wenn die Eltern ihre Vorbildsrolle nicht erfüllen, was soll aus dieser Generation werden? Lassen wir sie fallen, weil es ja nicht die eigenen Kinder sind? Wozu führt das dann? Bei der aktuellen Lehrkräftemangel können wir diese Erziehungsmaßnahmen auf Lehrer abwälzen. Manchmal muss man Menschen auf die Beine helfen. Manchmal muss man auch einfach mehr geben, als man zurück bekommt. Meistens bekommt man es im Leben dann auf eine andere Weise wieder, wenn man die Augen dafür offen hält. Ich glaube, dass wir alle die Welt ein wenig besser machen können, wenn wir, wie immer, bei uns selbst anfangen. Ich versuche etwas Gute für die Gesellschaft zu tun und bin mir sicher, dass ich das auch irgendwann zurück bekomme. Auf welche Art und Weise auch immer.


XX Valentina


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