• Valentina

It's time to be happy - ein kleiner Denkanstoß, wie Du glücklich(er) wirst

Diesen Beitrag habe ich bereits vergangenen Sommer geschrieben, als die 2. Welle der Pandemie vorbei war und wir uns auf einen entspannen Sommer eingestellt haben. Ein Jahr später lese ich die Zeilen wieder und bin immer noch davon überzeugt, euch von meinen Gefühlen und Veränderungen zu erzählen, die mich die letzten 2 Jahre begleitet haben.


Die letzten 2 Jahre waren anders, keine Frage. Und auch wenn es gerade so scheint, als würde wieder Normalität einkehren, möchte ich noch nicht ganz glauben, dass wir alles endgültig überstanden haben.


Aber mal ganz abgesehen von den "äußeren" Umständen. Was war die letzten Monate los? Das Leben war grundsätzlich völlig anders. Und ich glaube, jeder von uns konnte daraus viel lernen. Aber was? Na, das hängt ganz von Dir ab. Und wenn Dir ganz spontan nichts einfällt, ist das auch okay. Für manche Antworten braucht man Zeit.


Hast Du in den letzten Monaten im Home Office gemerkt, dass Du eigentlich zu viel Größerem fähig bist? Brauchst Du mehr? Hast Du durch Kurzarbeit gemerkt, dass Dich dein Job oder dein jetziger Arbeitgeber vollkommen unglücklich macht? Brauchst Du einen beruflichen Tapetenwechsel?


Oder bist Du einfach eingerostet und merkst am engen Hosenbund, dass Du dich hast gehen lassen? Vielleicht hast Du das "Support your locals" ja ziemlich ernst genommen und Essen oft liefern lassen.

Egal was es ist, es ist nicht schlimm und vor allem: es ist nicht endgültig. Du hast jederzeit die Chance etwas zu verändern, etwas besser zu machen oder neue Wege zu gehen.


Ich kann Dir keinen 10-Schritte-Plan geben, der 100% Erfolg verspricht und perfekt zu Dir passt. Du kennst dich selbst am besten und dein Inneres wird dir sagen, was genau Du brauchst. Du musst es nur hören (wollen). Ich erzähl mal ein wenig von meinem Leben von März 2020 bis heute.


Zu Beginn der Pandemie war mir alles rund um Soziale Medien zu viel. Ich hatte das Instagram-Profil vom Blog und mein privates Profil für etwa 2 Monate deaktiviert. Die negativen Beiträge, das Gemeckere, die Hetze gegen alles und jeden waren mir zu viel. Klar kann jeder seiner Meinung und seinen Gefühlen auf seinem Profil freien Lauf lassen, aber mich hat das in meinem eigenen Wohlbefinden so sehr beeinflusst, dass ich jeden Tag mit schlechter Laune aufgewacht bin. Deshalb habe ich mich distanziert.


Danach schien es, als haben sich alle an die aktuelle Situation gewöhnt, der Sommer 2021 stand vor der Tür und alle waren in Urlaubslaune. Klar, hin und wieder haben sich die Leute immer noch beschwert aber alles in einem angemessenen Maß. Nach dem Urlaub ging es dann aber wieder los und auch in meinem privaten Umfeld haben die Leute nichts anderes zu reden gehabt. Negative Vibes soweit das Auge reicht. Im echten Leben wirft man einfach ein neues Thema in den Raum, verschwindet mal kurz auf Toilette oder fragt, wer was trinken möchte. Sowas ist easy (zumindest für mich). Und trotzdem habe ich mich vor 2-3 Monaten dabei erwischt, wie ich selber über nichts anderes mehr rede. Und das blieb bis zu unserer standesamtlichen Hochzeit so.


Ich habe gerne gepuzzelt in der Zeit des Lockdowns. Und dabei nach Antworten gesucht zu Fragen wie "Wofür bist Du in der Vergangenheit dankbar und warum?" oder "Über welches Thema kannst Du stundenlang sprechen, obwohl du müde bist?" und meine größte Hürde "Was kannst Du einmalig gut?". Ich habe dafür das Tool Hacking Me genutzt. In der Zeit, wo Treffen, Cafés und Diskotheken geschlossen sind und man keine neuen Menschen kennenlernt, habe ich mich selber kennengelernt. Diese Fragen beantwortet man nicht mal eben so. Und die Antworten lassen einen auch mal verzweifeln, weil man merkt, wie unachtsam man sein eigenes Leben machmal lebt.



Ich bin noch nicht mit allen Fragen durch und ich glaube auch nicht, dass man das "Spiel" irgendwann fertig gespielt hat. Aber ich kann Dir empfehlen, es zu kaufen. Du wirst dich unglaublich gut fühlen, wenn Du auf schwierige Fragen nach langer Zeit eine Antwort hast und Du wirst dir selbst bewusst.


Eine Frage, die entscheidend war, lautete "Welche Dinge rauben Dir Kraft?"


Sei ehrlich, wie oft sitzt Du da und denkst darüber nach, was Dich heute psychisch müde gemacht hat? Nie. Und wie groß ist der Schaden, den dieses psychische Müdigkeit ausmacht? Riesig. Dieser Punkt richtet, meiner Meinung nach, einen unermesslichen Schaden an.

Das sollte Dir bewusst werden und daran sollst Du arbeiten.



Mir sind im Laufe einer Woche fast alle Dinge eingefallen, die mir Kraft rauben. Und ich habe mich ziemlich schnell an die Arbeit gemacht: ich habe die Menschen auf allen Sozialen Medien entfernt, die mir ein negatives Gefühl geben und meine Gedanken schlecht beeinflussen. Ich habe Dinge weggeschmissen, die ich mit Negativität verbinde und ich habe Wörter aus meinem Kopf gestrichen, die mich immer wieder in unglückliche Lagen gebracht haben. Ich habe Screenshots von Chatverläufen gelöscht, die ich als eine Art Beweis behalten habe und ich habe Nummern aus meinem Telefonbuch entfernt, von denen ich weder Anrufe erhalten möchte, noch selber anrufen möchte.


Ich habe angefangen jeden Tag etwas zu tun, was mich erfüllt. Sei es ein Rezept, welches ich schon lange probiere wollte, ein Film der ewig auf der "Später-Ansehen"-Liste ist, ein kurzer Anruf bei meinem Opa, neue Fotos schießen, ein auspowerndes Workout oder ein Tag nichtstun.

Ich habe gelernt und Online-Kurse gemacht, weil ich es liebe und genieße, mich weiterzubilden und besser zu werden. Ich habe mir Kosmetik gekauft, für die ich sonst zu geizig war, um mich selbst zu belohnen und wertzuschätzen. Ich habe angefangen, das hier und jetzt zu lieben und den Moment zu leben. Und das habe ich auch beibehalten. Seit dem scheinbaren Ende der Pandemie genieße ich wieder richtig, egal was es ist. Ich gehe viel in die Stadt, treffe mich viel mehr als davor mit Freunden, habe das Handy teilweise stundenlang in der Handtasche und erlebe Momente wieder richtig intensiv. Lange Gespräche, neue Freundschaften, gutes Essen, Auszeit - ich denke das sind Schlagwörter, die meine Leben gerade gut beschreiben.



Vor März 2020 habe ich es geliebt, unter Menschen zu sein und ständig unterwegs zu sein. Warum? Weil ich nichts hatte, woran ich wachsen konnte oder wollte. Der Lockdown hat mich dazu gebracht, ganze Wochenende alleine in meiner Wohnung zu sitzen, weit weg von Freunden und Familie und mir Gedanken darüber zu machen, was für ein Mensch ich sein will und was ich von meinem Leben haben will. Ich liebe Gesellschaft immer noch und ich freue mich mit meiner besten Freundin einen Kaffee trinken zu gehen und das Leben in "Freiheit" zu genießen, aber dieses Dingen sind nicht mehr das Einzige, was ich brauche, um glücklich zu sein. Ganz im Gegenteil, ich finde es erholsam, manchmal auch einfach alleine und "einsam" zu sein. Ich bin immer noch keine ausgeglichene Person, ich kann mich furchtbar in meine Verärgerung reinsteigern und ich kann impulsiv reagieren. Aber auf der anderen Seite habe ich meinen inneren Frieden gefunden, der mich von jeder Gefühlsachterbahn runter holt, wenn ich das zulasse. Ich habe gelernt, ab zu schalten und Ruhe, Frieden und Gelassenheit zuzulassen und ich habe in den vergangenen Wochen gemerkt, dass ich schwere Zeitpunkte im Alltag dadurch viel besser meistern kann.


Nimm Dir Zeit, um herauszufinden, wer Du sein willst, was Du dafür brauchst und was Du brauchst, um aus dem Käfig auszubrechen, in den Du dich wahrscheinlich selber gesteckt hast. Geh spazieren, lange duschen oder leg Dich in die Badewanne. Sei alleine und leg jede Ablenkung weg. Finde etwas, was nur für Dich ist und nur mit Dir zu tun hat und dafür sorgt, dass Du dich gut fühlst. Und glaub mir, dieses Gefühl verschwindet nicht mehr. Vielleicht ist es mal von Stress, viel Arbeit oder Terminen überdeckt, aber jeden Abend, wenn Du im Bett liegst, kommt es zurück und Du wirst (innerlich) lächeln. Jeden Morgen wenn Du aufstehst und jeden Abend, wenn Du einschläfst.


Ich freue mich über dein Feedback zu diesem Beitrag und hoffe, dass es Dir gut geht.


XX Valentina