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Das zweite Trimester - Bericht über meine Lowlights und Highlights

It's the final countdown dürürüdüdü! Die Zeit vergeht wie im Flug, denn ich befinde mich schon im letzten Drittel der Schwangerschaft und der Geburtstermin rückt immer näher. Mit diesem Bericht möchte ich euch einen Einblick geben, wie ich das zweite Trimester erlebt habe.


Als ich angefangen habe diesen Beitrag zu schreiben, bin ich gerade frisch in den 6. Monat gekommen und trotzdem habe ich meinen Kalender und das Schwangerschaftstagebuch als Unterstützung gebraucht. Irgendwie ist nicht viel passiert und gleichzeitig doch.


Zu Beginn des zweiten Trimesters hat mein Blutzucker gleich mal Probleme gemacht. Blöderweise war mein Diabetologe zu dieser Zeit im Urlaub und auch seine Vertretung war erst nach einer Woche erreichbar. Da meine Werte vorher sehr niedrig waren, war ich über die hohen Werte erschrocken und habe mir natürlich Gedanken gemacht. "Das Kind wird zu groß. Dann muss ein Kaiserschnitt gemacht werden...". All diese Gedanken dominierten meine Woche, bis der Vertretungsarzt nicht aus dem Urlaub kam. Zum Glück habe ich dort dann ziemlich schnell einen Termin bekommen, jedoch keine Hilfe. An meiner Einstellung hat er nichts geändert und stattdessen nur viele Fragen gestellt. Ich war natürlich verunsichert über die hohen Werte und da diese immer in den Abendstunden kamen, auch völlig erschöpft durch den Schlafmangel.

Ich bat meine Gynäkologin mich krankzuschreiben, sodass ich versuchen kann, die Einstellung selber ein wenig zu ändern und vor allem, damit ich nach den schlaflosen Nächten nicht auch noch zur Arbeit muss. Da sie mir diabetologisch nicht weiterhelfen konnte, tat sie das und ich versuchte Stück für Stück meine Insulineinstellung zu korrigieren. Mit mäßigem Erfolg.

Meine Werte waren den ganzen Tag etwas höher als sonst, vor allem aber gab es nach dem Abendessen Probleme. Nach dem Bolus waren die Werte erst super, teilweise sogar stark unter dem Zielwert ( diese sind eine Stunde nach dem Essen <140 mg/dl, zwei Stunden nach dem Essen <120 mg/dl) . Teilweise stieg mein Zucker nach dem Essen gar nicht an. Ich war bei 70mg/dl oder 80mg/dl. Und stieg dann etwa 2 Stunden nach dem Essen auf 150-200mg/dl an. Erst hatte ich die Befürchtung, dass ich falsch gespritzt habe oder mich verschätzt hatte. Dann kam mir in den Sinn, dass ich ähnlich wie im ersten Trimester gewisse Lebensmittel einfach nicht vertrage und daher mal etwas anderes essen sollte. Aber selbst kohlenhydratarme Abendessen, wie Salat, Joghurt oder Ähnliches brachten keinen Erfolg. Ich versuchte es mit Obst und hab mir eine halbe Honigmelone zum Abendessen geschnitten und hatte das gleiche Problem. Nachdem mein Wunderarzt wieder zurück war, habe ich sehr schnell einen Termin bekommen und er hat festgestellt, dass die Werte tatsächlich nur während der Arbeitszeit hoch sind oder teilweise auch schwere Hypos entstehen (zwei Mal bin ich auch 23mg/dl gerutscht). Sicherheitshalber hatte er mich für 2 Wochen krankgeschrieben und mich gebeten, sehr genau zu protokollieren, was ich natürlich gemacht habe. Für die Problematik mit dem Abendessen hatte er die einfache Lösung des verzögerten Bolus. Ich habe 50% der KH-Menge gleich gespritzt und die restlichen 50% über 3 Stunden verteilt. Das Problem war damit behoben.

Während meiner Krankmeldung habe ich dann meine neue Pumpe bekommen, die zusammen mit dem Sensor als Closed-Loop System für Schwangere zugelassen ist. Das System lief aber nicht gleich, weshalb ich nochmal 2 Wochen daheim bleiben sollte, damit ich den Fokus komplett auf meine Zuckerwerte legen konnte.

Für viele scheint das Closed-Loop System jetzt nach dem Nonplusultra zu klingen und es macht den Anschein, als hätte sich die Problematik mit dem Diabetes aufgelöst. So ist es aber nicht. Der Algorithmus braucht eine relativ lange Zeit, bis er erkennt, wie der Körper auf Insulin reagiert und wann welche Reaktion angemessen ist. Zudem ist der Loop sehr vorsichtig, sodass hohe Werte nicht stark korrigiert werden, während leichte Abfälle des Blutzuckerspiegels sofort mit dem Abschalten der Basalrate behandelt werden. Es ist natürlich eine Unterstützung und Erleichterung, die Sache ist einem dadurch aber nicht abgenommen.



Ab der 20. Woche war ich zudem noch sehr krank. An dieser Stelle trafen dann Insulinresistenz und Erkältung zusammen, sodass meine Werte teilweise bei 260mg/dl lagen. Diese Schwankungen muss man natürlich ganz vorsichtig behandeln. Aber auch das war alles in einem Rahmen, den mein Arzt als angemessen empfunden hat. In solchen Situationen kann man natürlich nur sagen, dass man sein Bestes gibt.


Nachdem ich dann im Eiltempo versucht habe, meine Erkältung auszukurieren, bin ich auch wieder zu Arbeit gegangen. Das war so semi erfolgreich. Am 2. Arbeitstag war ich bei einem regulären Kontrolltermin in der Frauenarztpraxis und dort teilte mir meine Ärztin mit, dass ihr nicht gefällt, dass die Glukose im Urin immer sehr hoch ist, wenn ich zu einem Termin erscheine. Bei diesem Termin sogar bei 230. Da meine Werte die 5 Wochen davor aber einigermaßen stabil waren hat sie beschlossen, dass es für mich und vor allem für das Baby besser ist, wenn ich nicht länger arbeiten gehe. Da ich in der darauffolgenden Woche noch einen Termin in der Diabetespraxis hatte, sollte ich auch dort nochmal sprechen, jedoch waren sich beide Ärzte einig: meine Werte sind besser, wenn ich nicht zur Arbeit gehe. Und so begann für mich das Beschäftigungsverbot. Danach konnte ich mich eigentlich sehr gut auf meinen "neuen" Diabetes einstellen, es gab hin und wieder einige Ausreißer aber soweit lief es ganz gut.


Eine nicht ganz so schöne Sache, die sich im Laufe des zweiten Trimesters eingeschlichen hat, war eine kleine "Unverträglichkeit" gegenüber meinem Insulin. Während der Bolus einlief brannte es ziemlich häufig. Nicht unbedingt immer aber schon sehr oft. Da alle Faktoren drum herum passten, stempelten wir es einfach als hormonbedingte Kleinigkeit ab und meine diabetologische Praxis und ich beschlossen, dass ich jetzt keinen Insulinwechsel wagen werden.


Abgesehen von den Themen um den Diabetes herum hatte ich schwangerschaftstechnisch wenig Beschwerden: der Bauch wird größer und ich komme schneller aus der Puste, mein Rücken tut immer wieder etwas weh aber ansonsten ist alles relativ stabil. Ich fühle mich gut und mache weiterhin Sport, bewege mich viel und versuche so gut es geht ausgewogen und abwechslungsreich zu essen. Tatsächlich habe ich aber mega Lust auf Brot und könnte den ganzen Tag nur Brot und Brötchen essen. Ich versuche dann wenigstens durch Salate, Obst und kleine Beilagen und Desserts ein wenig mehr Abwechslung rein zu bringen aber ich zwinge mich nicht dazu etwas besonderes oder anderes zu essen als das, worauf ich eben Lust habe.



Im ersten Trimester habe ich, entsprechend für das erste Trimester, Tabletten von Femibion genommen. Ich hatte meine Hebamme dann gefragt, ob günstigere Alternativen aus der Drogerie genauso gut sind, was sie bejahte. Daher bin ich nach der ersten Packung Femibion 2 auf Femi Baby von Tetesept umgestiegen. Die Monatspackung kostet weniger als 10€ und ist in den gängigen Drogerien und sogar in größeren Supermärkten erhältlich. Die Einnahme

Femi Baby als Alternative zu Femibion 2

aller Nahrungsergänzungsmittel habe ich vorher mit meiner Gynäkologin abgesprochen.

Neben dem Zweittrimester-Screening fand für uns auch der Besuch bei der Feindiagnostik statt. Dort wurde ein Herzecho und das Organ Screening durchgeführt, bei dem alles ganz genau angeschaut und kontrolliert wurde. Dieser Termin hat mir etwas Bauchschmerzen gemacht. Zwar war bisher alles unauffällig und es handelte sich ausschließlich um einen


Kontrolltermin, jedoch wusste ich, dass eben ein gewisses Risiko besteht und nur deswegen diese Kontrolle überhaupt gemacht wird. Im Wartezimmer musste ich dann einige Dokumente unterschreiben, was mein unschönes Gefühl natürlich bestärkt hat. Da ich aber bei einer unglaublich netten, kompetenten Ärztin untergekommen war, war meine Angst schnell verflogen und je mehr Punkte sie abgearbeitet hat und nichts gefunden hat, was irgendwie kontrollbedürftig oder besorgniserregend sein könnte, war auch ich wieder entspannt. Tatsächlich war dieser Termin der letzte Ultraschall, der vor dem Dritttrimester Screening durchgeführt werden sollte, denn bei den nächsten beiden Routineuntersuchungen beim Frauenarzt wurde 1x der Muttermund kontrolliert und beim letzten Termin vor dem großen Ultraschall im 3. Trimester sollte ja der Zuckertest stattfinden (den ich nicht machen musste, logischerweise) und es wurde nach dem Gebärmutterhals (wenn ich das richtig in Erinnerung hab) geschaut. Untersuchungen am Baby wurden keine durchgeführt.


Während ich daheim war, habe ich mich auch um das zukünftige Kinderzimmer gekümmert. Erst wurden alle Wände frisch weiß angestrichen und anschließend habe ich mich die untere Hälfte der Wände in einem schönen Pudding-Gelb gestrichen. Außerdem habe ich einen sehr schönen Kleiderschrank gefunden, den ich bestellt habe und die Wickelkommode aka die Malm Kommode von Ikea wurde dann ebenfalls gekauft, aufgebaut und mit den ersten kleinen Geschenken, die unser Mini schon bekommen hat, gefüllt. Tatsächlich hält sich mein Kaufwahn noch in Grenzen. Nachdem wir den Kinderwagen und den Sitz fürs Auto gekauft haben und ich meine Kleinanzeigen-Ausbeuten abgeholt hatte in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft, habe ich erstmal nichts weiter gekauft. Eine süße Strumpfhose habe ich beim Wocheneinkauf bei Lidl gesehen und mitgenommen und ansonsten erstmal keine weiteren Anschaffungen getätigt. Irgendwie bin ich auf Baby Shopping gar nicht gehypt.



Ich versuche zwar schon die ganze Schwangerschaft über Stress zu vermeiden, doch mein Fokus liegt immer mehr darauf. Ich lehne irgendwelche Storys aus Schwangerschaften ab und konzentriere mich darauf, wie ich die Schwangerschaft wahrnehme. Auf Diskussionen lasse ich mich fast gar nicht ein und ich umgehe "provokante" Fragen wie "Möchtest du stillen", weil sie meistens mit vielen negativen Gedanken und Gefühlen verbunden sind und am Ende des Gespräches keiner schlauer ist.


Eine unerklärliche Sache bzw. Angst hat sich während meiner Schwangerschaft entwickelt: ich habe richtig Angst bzw. ein Gefühl der Überforderung empfunden, wenn ich alleine einkaufen gegangen bin. Ich habe mich im Supermarkt so unwohl gefühlt und hatte das Gefühl, alles prasselt auf mich ein. Etwa so, wie Panikattacken im Film dargestellt werden. Ich hatte da Gefühl mich ständig im Kreis zu drehen und andere Menschen im Geschäft haben mir richtig Angst gemacht. Alles war irgendwie zu wild und ich hatte das Gefühl, vollkommen überreizt zu sein. Komischerweise aber nur, wenn ich alleine war. Und in anderen Situationen, wo ich von vielen Menschen umgeben war, wie auf einem Konzert, in der Innenstadt oder auf anderen Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten etc. kam das nicht vor. Ich kann es mir nicht erklären und ich hoffe, dass sich das nach der Geburt (oder noch besser, einfach sofort) wieder legt. Bis dahin muss ich mich entweder von Wocheneinkauf zu Wocheneinkauf quälen oder meinen Mann vorschicken.


Außerdem war ich in der Zeit danach auch tatsächlich etwas emotionaler. Vor allem mit den ersten sichtbaren Bewegungen unseres kleinen Engels wurde mir immer klarer, dass wir in wenigen Monaten ein Kind haben werden. Obwohl ich keine Angst vor der Geburt habe und weiß, dass ich die Rolle einer Mutter mit ihren Aufgaben und Pflichten gut übernehmen werde, finde ich es einfach so krass, dass wir ein Kind kriegen. Ich werde Mutter, mein Mann wird Vater, wir werden Eltern. Da wird ein kleiner Mensch sein, um den wir uns kümmern müssen. Das ist einfach so eine unbegreiflich große Sache. Und ich bin gespannt, wie wir das alles meistern werden, wie sich unsere Beziehung dadurch verändert, wo wir durch Meinungsverschiedenheiten an einander kommen werden und an welche persönlichen Grenzen uns das kleine Wesen bringen wird. Ich sehe dem allen positiv entgegen aber ich bin so wirklich mit dem Gedanken "Junge wie krass" dabei.



Kurz vor Ende des zweiten Trimesters ist mir auch so richtig bewusst geworden, was für eine Veränderung auf uns zukommt. Ich konnte mir mich plötzlich mit einem Kind vorstellen und habe mich innerlich mit der Rolle als Mama verbunden. Langsam kam auch das Interesse, mich über viele Dinge zu informieren, hier und da wollte ich auch Erfahrungsberichte lesen und ich habe langsam angefangen, Wunschlisten in verschiedenen Shops zu erstellen bzw. mir aufzuschreiben, welche Dinge ich kaufen möchte. Ich muss ehrlich sagen, dass ich finde, dass diese Erkenntnis zu einem sehr passenden Zeitpunkt kam, den so hatte ich genug Zeit bis zum ET und gleichzeitig war es nicht mehr so weit hin, sodass ich auch allen Gelüsten nachkommen konnte, ohne dabei zu früh dran zu sein.


Sicherlich wird sich das alles im dritten Trimester noch einmal verstärken und weiterentwickeln, zumal in dieser Zeit ja auch wieder neue und spannende Termine anstehen.


XX Valentina

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